Pilotprojekt Schüleraustausch: Indonesien

Wir starten ein Pilotprojekt!
Java-Reise 2017
Nach dem Sponsorenlauf 2016 sollte ein Teil des erlaufenen Geldes an das Projekt der Vereinigten
Evangelischen Mission „Biogasanlagen für Zentral-Java“ gespendet werden. Nach der Übergabe des
Schecks im November 2016 kamen Mitglieder der VEM, Frau Schweizer-Motte und die SV des
Schuljahres 2016/17 miteinander ins Gespräch. Es fiel das Stichwort „nachhaltige Zusammenarbeit“
und die Frage nach einer Schulpartnerschaft zwischen dem WDG und einer Schule in Zentral-Java, die
von der VEM unterstützt wird. Der erste Schritt sollte durch einen Besuch einer Delegation unserer
Schule an der SMK Tarunatama gemacht werden. Darauf vorbereitend fanden von der VEM für die
Reisegruppe organisierte Kurse statt, die sowohl einen Einblick in die Javanische Kultur geben sollten,
als auch in die Indonesische Sprache einführen konnten.
Am 14.10.2017 brachen so 9 SchülerInnen aus der Q1 und der Q2, begleitet von Frau
Schweizer-Motte und Herrn Heinrichs mit Aufregung und Vorfreude im Gepäck nach Java auf. Das
Highlight der knapp 30-stündigen Reise war sicherlich das warme Willkommen in der Zentrale der
Sion Foundation in Salatiga, in der für einige das erste Mal „richtig“ asiatisch gegessen wurde und
erste Kontakte geknüpft wurden. Auch bekannte Gesichter aus den Vorbereitungskursen sah man
wieder.
Am darauffolgenden Tag erkundeten wir die Umgebung unseres in den Bergen gelegenen
Gasthauses. Die Einwohner des Dorfes zeigten uns bereitwillig ihre Plantagen und Höfe, sodass wir
einen ersten Eindruck vom Leben der Indonesier bekommen konnten.
Am Dienstagmorgen wurden wir mit einer beeindruckenden Willkommenszeremonie an der SMK
Tarunatama, einer senior-Highschool, die die SchülerInnen auf das Arbeitsleben vorbereitet, begrüßt.
Im Laufe der ersten Woche in Indonesien lernten wir dort nicht nur den Unterricht, sondern auch
einige Teile der javanischen Kultur kennen. Dazu gehörten Gamelan, traditionelle javanische Musik,
das Erstellen eines Batik-Tuches und das Schnuppern an javanischem Tanz. Besonders eindrucksvoll
in Erinnerung geblieben sind die Motivationsslogans, Lieder und die Schulhymne, die von Schulleiter
Sutarto eigens komponiert wurden und nicht nur Ohrwurmcharakter besitzen, sondern uns darüber
hinaus auch den Stellenwert und die Bedeutung der Schule als Inspirationsquelle verdeutlicht haben.
Den Abschluss der ersten Woche bildete für uns ein 24-stündiger Aufenthalt in einer Gastfamilie, aus
dem jeder mit ganz neuen Erfahrungen und Eindrücken wiederkehrte. Überwältigt von der
Gastfreundschaft der Indonesier und dem Unterschied zwischen dem Alltagsleben in Deutschland
und dem auf Java waren wir uns einig, dass diese 24 Stunden einen besonders tiefen Einblick in das
Leben der Javaner geboten haben und definitiv beim nächsten Rückbesuch Teil des Programms sein
sollten.
Am Sonntag stand ein für deutsche Verhältnisse besonders früher Gottesdienstbesuch um 07;30 auf
dem Programm, auf den ein gemeinsames Mittagessen mit einer ganz besonderen Aussicht auf die
umgebenden Berge und einen See folgte.
Im Laufe der nächsten Woche besuchten wir eine muslimische und eine staatliche Schule und stellten
Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen diesen, der SMK Tarunatama und dem
WiIhelm-Dörpfeld-Gymnasium fest. Unsere Besucherrolle legten wir während einer von uns
vorbereiteten Englischunterrichtsstunde in einer Grundschule ab und lernten dort auch, dass der
Lehrerberuf in dieser Region teilweise kein Beruf ist, von dem man leben kann. Ein besonders
beeindruckendes Ereignis war sicherlich auch die bitteren Niederlagen im Volleyball gegen Spieler,
die teilweise halb so klein wie unsere wirkten. Allerdings waren es genau diese Ereignisse, wie
Volleyball oder Basketball spielen, die uns mit den Indonesiern verbunden haben und
Gemeinsamkeiten geschaffen haben, die keine Sprache brauchen.
Das Schlagwort Klimawandel, das in Deutschland oft „nur“ ein Wort ist, wurde für uns in Indonesien
beim Anblick der dem Anstieg des Meeresspiegels geschuldeten überfluteten Straßenzüge in
Semarang greifbar. Diesem versuchen unter anderem die Mitglieder der Sion Foundation
entgegenzuwirken, indem sie Landwirten die Nachhaltigkeit von Biogasanlagen näherbringen. Diese
Investition ist für die meisten, wie wir lernten, nicht tragbar und wird deshalb finanziell von der
Stiftung unterstützt, genauso wie der biologische Anbau und Arztbesuche für auf dem Land lebende
Menschen.
Diese vielen gewonnenen Eindrücke verarbeiteten wir in regelmäßig stattfindenden
Reflexionsphasen, die sicherlich auch dazu beigetragen haben, dass uns diese Reise für immer in
Erinnerung bleibt.
Der gemeinsame bunte, kulturelle Abend lieferte einen schönen, teilweise auch emotionalen
Abschluss der zwei Wochen, in denen wir viele Anregungen erhalten haben, wie die SMK Tarunatama
und das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium längerfristig zusammenarbeiten, voneinander profitieren und
vor allem vielleicht auch auf schwierige Fragestellungen und Probleme, die es in beiden Ländern gibt,
eine gemeinsame Antwort finden können.
Wir freuen uns auf den Rückbesuch der Indonesier im Mai/Juni 2018!
Amelie Tacke, Q2

Redaktionsteam

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